Diana Patricia Cruz-Bodensiek

„Mit unserem Einsatz kann Interesse für das Handwerk geweckt werden. “

Beruf und aktuelle Position: Goldschmiedin (Meisterin und Inhaberin)

Handwerkskammer: Aachen

Betrieb: Goldschmiede Cruz-Bodensiek

Gesprochene Sprachen: Deutsch, Spanisch

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Ihre Kontaktperson

Ralf Eylmanns

Ralf Eylmanns

Regionale Koordinierung der Initiative

Berater, Bildungslotse und Bildungscoach

ralf.eylmanns@hwk-aachen.de

Tel.: +49 241 471-162

Mein beruflicher Weg

Ich habe ziemlich früh erkannt, was ich beruflich machen möchte. So habe ich mich intensiv damit beschäftigt Informationen zum Ausbildungsberuf selbst aber auch über die Möglichkeiten einer Ausbildung in diesem Beruf, zu sammeln.

Erste Ratschlaggeber waren meine Lehrer. Einen Ausbildungsplatz als Goldschmiedin zu bekommen ist besonders schwer, durch meine Lehrerin habe jedoch ich eine Praktikumsstelle bei einem Goldschmied in Aachen bekommen. Meine Sprache war noch zu „unreif“. Im Praktikum habe ich gemerkt, dass ich daran arbeiten muss, damit ich eine Ausbildung mit realistischen Erfolgschancen anfangen kann. Ich habe noch ein Jahr intensiv Deutsch gelernt, geübt und gesprochen, bis ich 2001 mit der Ausbildung angefangen habe.

Ich lebe seit März 1998 in Deutschland.

Wichtig war es, für mich ein Ziel vor Augen zu haben. So habe ich nach Möglichkeiten gesucht, dieses Ziel, „meinen Traum“ zu ermöglichen.

Ich habe mein Ziel aber nicht nur aus der beruflichen Perspektive gesehen, mein Privatleben hat bei jeder Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt. Das bedeutet, dass ich jede Phase auf meinem Karriereweg parallel zur Familie geplant und erlebt habe.

Ich gründete nach der ersten Schwangerschaft ein Kleingewerbe, so konnte ich flexibel von Zuhause aus arbeiten. Ich habe während meiner dritten Schwangerschaft die Meisterschule besucht. Meine drei Kinder sind zum Glück mitgewachsen und wurden auch selbstständiger. Auf diese Weise konnte ich 2017 mein Geschäft in der Innenstadt eröffnen. Momentan habe ich noch eingeschränkte Öffnungszeiten, da ich eine Mama bin, die für Ihre Kinder  da sein möchte.

Große Unterstützung habe ich von meiner Familie bekommen. Die Handwerkskammer Aachen stand beratend an meiner Seite, z.B. habe ich den Geschäftsplan mithilfe der Handwerkskammer geschrieben.

Meine aktuelle Position

Die Mischung aus allem! Zum Einen kann ich meine Kreativität entfalten, und zum anderen kann ich die Wünsche meiner Kunden erfüllen. Dies bereitet mir große Freude. Die Arbeit wird nie monoton, da jedes Stück einzigartig ist und neue Herausforderungen mit sich bringt. Man entwickelt sich jeden Tag weiter. Es entstehen durch den Kundenkontakt schöne Beziehungen, die auch über Jahre gepflegt werden. Das ist eine große persönliche Bereicherung.

Wir sind ein kleiner Betrieb bestehend aus einer Goldschmiedegesellin, einem Auszubildenden und mir. Wir teilen uns die Räumlichkeiten mit meinem Bruder, er ist Kunstmaler. Die Werktische befinden sich mitten in der Galerie, wo unsere Werke auch präsentiert werden. Jeder der uns besucht, kann sehen wie bei uns Kreatives entsteht.

Bei uns herrscht eine familiäre Atmosphäre, die unsere Kunden spüren. Sie mögen es bei uns zu sein.

Meine beruflichen Perspektiven und weiteren Ziele

Ich würde gerne meine Kenntnisse dem sozialen Bereich zur Verfügung stellen und bin offen dafür, mich weiter zu qualifizieren. Ich denke mit diesem kreativen Beruf kann man noch viel realisieren, gerade jetzt, wo der Beruf auszusterben droht.

Meine Botschaft für andere Menschen

Junge Menschen stehen vor der Frage, was Sie später werden möchten. Sie werden damit konfrontiert, eine Entscheidung zu treffen, die oft nicht leicht ist. Schließlich wird man im besten Fall ein Leben lang diesen Beruf ausüben. Wir richten uns an junge Menschen, besonders gezielt an Jugendliche mit Migrationshintergrund. Zu den Schwierigkeiten kommt hinzu, dass es Unsicherheit mit der Sprache, mangelnde Informationen, begrenzte Vernetzung und wenig Kontakt zu Einheimischen gibt. Mit unserem Einsatz kann Interesse für das Handwerk geweckt werden. Wir können Fragen beantworten, aber vor allem können wir ein Vorbild dafür sein, dass die Sprachbarriere überwunden, man sich im System integrieren und hierfür viele Angebote nutzen kann.

Sich über die für sie interessanten Berufe zu informieren, z.B. über die Voraussetzungen, Praktikumsstellen, die Ausbildungsdauer, und sich dann an die Arbeit zu machen, um mögliche Lücken zu füllen – in meinem Fall war es die Sprache.

Zeit zu investieren und Kontakte zu knüpfen, die Deutsch sprechen. Und das nicht auf die Schule oder den Deutschkurs zu begrenzen, sondern sich einen Sportverein oder eine Musikschule zu suchen, wo sie Kontakte knüpfen können. Die freie Zeit gezielt zu nutzen, kann die Sprache verbessern. Wir lernen unbewusst, während wir Aktivitäten ausüben, die uns interessieren und im Kontakt mit anderen Menschen stehen.

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