HWK Südthüringen
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Interview mit Manuela Groß-Hatzky

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Ihre Kontaktpersonen zu unseren Leistungen:

Ihre Ansprechperson

Manuela Groß-Hatzky

Regionale Koordinierung der Initiative

Leiterin Bildungsservice und Projekte

manuela.gross@hwk-suedthueringen.de

Tel.: +49 36844 47-361

Die HWK Südthüringen möchte die Unternehmen der Region bei der Fachkräftesicherung unterstützen. Den Königsweg, Fachkräfte zu gewinnen oder den Nachwuchs zu sichern gibt es nicht (mehr). Dementsprechend versuchen wir, die Unternehmen für unterschiedliche Zielgruppen zu öffnen. Die Initiative „Botschafterinnen und Botschafter des Handwerks“ ist dabei aus unserer Sicht eine gute Möglichkeit, gezielt auf die Marktchancen für die Zielgruppe der Neuzugewanderten bzw. Personen mit Migrationshintergrund generell aufmerksam zu machen.

Wir möchten durch die Einbindung von Botschafter*innen in die Beratungsarbeit auch unsere Netzwerkarbeit mit weiteren Akteuren in der Arbeitsmarktintegration von Zugewanderten in der Region stärken. Neben den regionalen Fachkräfteinitiativen und dem Förderprogramm Integration durch Qualifizierung sehen wir ein besonderes Potenzial in der Stärkung der Kontakte zu Migrantenorganisationen in der Region. So können wir die Bedarfe der lokalen Communities besser kennenlernen und das Potenzial einer beruflichen Zukunft im Handwerk mit neuen Partner*innen in die Öffentlichkeit tragen.

Wir möchten insbesondere Personen mit Migrationshintergrund ansprechen, aber auch Arbeitgeber*innen, die zur Deckung ihres Fachkräftebedarf das Potenzial der Beschäftigung von Neuzugewanderten bzw. Personen mit Migrationshintergrund noch nicht ausschöpfen.

Wir wollen Arbeitgeber*innen in der Region die Zielgruppe der Personen mit Migrationshintergrund als Arbeitskräftepotential bewusst machen. Hierdurch wollen wir die Bereitschaft der Unternehmen wecken und verstärken, mit der Zielgruppe der Migrant*innen zu arbeiten und die diesbezüglich ggf. notwendigen Prozesse der interkulturellen Öffnung im Unternehmen begleiten

Botschafter*innen des Handwerks mit eigenem Migrationshintergrund können aus unserer Sicht anderen Migrant*innen die Möglichkeiten der Ausbildung und Arbeit im Handwerk mit allen Vorteilen und Herausforderungen  besser näher bringen als Beratungsfachkräfte. Über das eigene Erleben zu berichten, erzeugt eine emotionale Ansprache. Über diese Art der Verstärkung von Best Practice wird, so denken wir, eine positive Motivation bei den Interessent*innen erzeugt und der Integrationsprozess kann nachhaltiger wirken.

Unternehmen, die als Botschafter ihre Erfahrungen bei der Integration von Migranten weitergeben, können anderen Betriebsinhaber*innen auf Augenhöhe erklären, welche Chancen, aber auch welche Herausforderungen die Integration dieser Zielgruppe mit sich bringt. Die Beteiligten können sich so direkt über Lösungsansätze austauschen und verständigen.

Hier stehen wir noch am Anfang der Überlegungen und Erfahrungen. Was wir derzeit als Vorteil mitgeben können, sind unsere Erfahrungen, unser Wissen und den direkten partnerschaftlichen Austausch zwischen den Botschafter*innen und der Koordination der Initiative. Diese bietet eine enge Anbindung an unsere Fachberatung zur Arbeitsmarktintegration von Zugewanderten. So lernen die Botschafter*innen das Handwerk besser kennen und können durch eine individuelle Beratung auch in ihrer eigenen beruflichen Entwicklung unterstützt werden.

Unsere Bemühungen in der Initiative liegen derzeit noch darin, Personen und Arbeitgeber*innen für das Mitmachen in der Initiative als Botschafter*innen zu gewinnen.

Durch das Engagement in der Initiative können Betriebe als positives Beispiel vorangehen und sich als verantwortungsvollen und weltoffenen Betrieb in der Region zeigen, bei dem Vielfalt groß geschrieben wird. So ziehen Sie neue Bewerber*innen an und profitieren auch von der Attraktivität des Standorts Deutschland für Zuwandernde.

Betriebe, die ihrem Personal das Engagement als Botschafter*in ermöglichen, stärken die Mitarbeiterbindung durch Wertschätzung.  Durch die Möglichkeit, neue Aufgaben zu übernehmen, können so engagierte Mitarbeitende nachhaltig in ihrem Betrieb gehalten werden.

Hauptsächlich sollen die Botschafter*innen die Beratungsfachkräfte der HWK auf Veranstaltungen wie Ausbildungs- und Berufsmessen der Arbeitsverwaltung und anderen Informationsveranstaltungen, zum Beispiel in Sprachkursen, anderen Qualifizierungsmaßnahmen oder bei Migrantenorganisationen unterstützen. Sollten Betriebsinhaber*innen sich als Botschafter*innen engagieren, wären auch Informationsveranstaltungen für Betriebe, etwa ein Unternehmerstammtisch, denkbar.

Die inhaltliche Ausgestaltung der Rolle der Botschafter*innen in der Region möchten wir gemeinsam mit den ehrenamtlich tätigen Handwerker*innen entwickeln und freuen uns über innovative Ideen der Beteiligten.

Wir sehen die ehrenamtlich tätigen Handwerker*innen auch als Türöffner, um Menschen mit Migrationshintergrund dabei zu helfen, ihren Weg in eine berufliche Zukunft zu gehen.

Die Gewinnung der Botschafterinnen und Botschafter des Handwerks erfolgt in direkter persönlicher Ansprache. Dabei beziehen wir alle an der Beratung, Koordination, Projektleitung sowie die Projektmitarbeiter*innen mit ein, die im Auftrag der Handwerkskammer Südthüringen im Außenkontakt sind. Alle Multiplikator*inen werden über das bei uns definierte koordinierende Team über die Initiative informiert. Unsere „BBH-Koordinatoren“ stehen den Interessierten in Folge dann auch für vertiefende Gespräche zur Verfügung.

Die Möglichkeit der Ansprache von Personen mit Migrationshintergrund und interessierten Arbeitgeber*innen finde ich Erfolg versprechend. Die Initiative Botschafterinnen und Botschafter des Handwerks eröffnet für unser Haus die Möglichkeit, ein „Mentor*innenprogramm“ zu erproben. Nicht zuletzt sehe ich es als spannende Herausforderung im ländlichen Raum der zweitkleinsten Handwerkskammer Deutschlands mit vergleichsweise geringem Ausländeranteil die Zielgruppe gezielt anzusprechen und zu aktivieren.

Oliver Kramer

Regionale Koordinierung der Initiative

Projektleiter "Aktiv für Integration in Ausbildung und Arbeit"

oliver.kramer@btz-rohr.de

Tel.: +49 36844 47-312

Ihre Ansprechperson

Faiz Mohammad Erkin Yarash

Regionale Koordinierung der Initiative

Integrationsbegleiter "Aktiv für Integration in Ausbildung und Arbeit - Beratung; Begleitung und Profiling von Asylbewerbern und Flüchtlingen (IvAF)"

faiz.yarash@btz-rohr.de

Tel.: +49 36844 47308

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